Aus bisher unerklärlichen Gründen hatte ich starke Funktions- und Koordinationsstörungen, Schwindel sowie Kreislaufprobleme. Alle bisherigen, medizinischen Untersuchungen wie: Schädel- und Nacken-MR, Untersuchung von Blut und Rückenmarkflüssigkeit, Herzultraschall, 24 Std. EKG sowie eine gründliche neurologische Abklärung ergaben keinen Aufschluss. Der Verdacht auf MS, Hirntumor oder Zeckenbiss konnte nicht bestätigt werden. Nur noch mit Mühe und grossen Einschränkungen konnte ich meiner Arbeit nachgehen.

Inzwischen war meine ganze rechte Körperhälfte funktionsgestört und sehr unbeweglich. Ich hatte Probleme mit dem Gleichgewicht, bin dauernd gestolpert und bemerkte ein stetiges Zittern. Ich meldete mich wieder beim Arzt welcher mich für eine Untersuchung bei Prof. Dr. M. Müller, Chefarzt Neurologie im Kantonsspital Luzern, anmeldete. Dieser stellte mir nach kurzer Untersuchung die Diagnose "Morbus Parkinson". Komisch, aber ich war froh endlich zu wissen was zu diesen Problemen führt und dass man mit Medikamenten dagegen vorgehen kann.

Nach der Aufdosierung der Medikamente konnte ich eine wesentliche Verbesserung feststellen. Glücklicherweise habe ich die Medikamente gut vertragen und musste nur mit kleineren Nebenwirkungen (Kreislaufstörungen, Müdigkeit) fertig werden.

Nach Absprache mit dem Neurologen habe ich das Medikament Madopar abgesetzt. Anfänglich fühlte ich mich dadurch besser, da der Kopf wie befreit war. Aber bereits am dritten Tag habe ich erneut Muskelverkrampfungen, Unbeweglichkeit, hinkender Gang usw. festgestellt. Eine Nachuntersuchung beim Neurologen ergab auch ein unbefriedigendes Resultat. Die Medikation wurde wieder erhöht. Das erste Mal kommen auch bei mir Zweifel auf. Bis jetzt habe ich immer daran geglaubt, dass ich vorwärts komme. Ich habe die Problematik mit meinem med. Masseur und Kinesiologen besprochen. Er konnte mich wieder auf die neue Medikation einstellen und vorhandene Blockaden löschen.

Mit den Medikamenten und den regelmässigen Therapien hat sich mein Zustand stabilisiert. Ich arbeite wieder zu 100% getreu dem Motto "Grosse Krieger sterben auf dem Schlachtfeld". Je nach Tagesprogramm und Stresssituationen geht es mir besser bzw. schlechter. Zudem ist meine Tagesform sehr entscheidend. Bei körperlicher Betätigung komme ich immer noch schnell an meine Grenzen.

Ich mache zwar nur noch kleine Fortschritte aber es geht immerhin noch vorwärts. Jedoch muss ich mir da und dort eingestehen, dass ich gewisse Aktionen nicht mehr oder nur noch beschränkt ausführen kann, was sehr frustrierend ist. In letzter Zeit habe ich viel über meine Zukunft nachgedacht. Ich frage mich wohin mich das ganze noch führt. Wie ein Boot ohne Segel treibe ich auf dem weiten Meer und weiss nicht wohin mich die nächste Welle bringt.

Im vergangenen Monat habe ich mir erlaubt auch mal wieder mit Kollegen wegzugehen. Das hat recht gut funktioniert, was mir und auch den Andern grosse Freude bereitete. Die letzte November-Woche war jedoch sehr schwierig da ich wieder einmal aus dem Gleichgewicht geraten bin. Vor allem das Laufen bereitete mir grosse Mühe und mir fehlte einfach die Kraft. Zum Glück hatte ich anfangs dieses Monates einen Termin beim Med. Masseur/Kinesiologen. Es ist einfach erstaunlich - mit einer einfachen Übung konnte ich den aufgebauten Druck sowie die Disbalance der linken und rechten Hirnhälften löschen. Leider konnte ich aber diesen Zustand nicht halten und die Probleme wurden immer grösser. Mit Schrecken habe ich vor Weihnachten festgestellt, dass ich die Medikamente falsch genommen habe. Ich habe irrtümlich die 2 mg Tabletten für 4 mg gehalten, was zu einer Unterdosierung von täglich 6 mg führte.

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