Heute gab es ein schlimmes erwachen. Ich musste immer wieder erbrechen und war zutiefst erschrocken. War das Blut? Ich wurde mit der Ambulanz ins Spital Wolhusen transportiert. Auf der Intensivstation wurde eine Magenspiegelung gemacht. Eine extreme Reizung der Magenschleimhaut hat die Blutung ausgelöst. Ich wurde rund um die Uhr sehr gut betreut. Nach drei Tagen war das Problem behoben und ich durfte das Spital wieder verlassen.

Obwohl es mir nicht mehr möglich war viele Anlässe zu besuchen, wurde ich auch dieses Jahr wieder vom Fasnachtsfieber gepackt. Mit meiner Gruppe Labil-Mobil als Pilot kostümiert dem bunten Treiben zuzusehen und den Guggenmusiken zuzuhören machte mir (wenn auch in beschränktem Masse) noch immer Spass. Auch schlechtes Wetter konnte mich nicht davon abhalten.
Schmudo 2012Fasnacht 2012

Mein 41. Geburtstag! Meine Freunde vom ASC überraschten mich mit einem reichhaltigen Dessertbuffet. Ich freute mich über die vielen Gäste. Leider konnte ich bei den Gesprächen und Diskussionen nicht mehr mithalten, denn auch das Schreiben auf dem Sprachcomputer benötigt sehr viel Zeit und Energie. Aber ich mag den Trubel um mich herum – und zuhören macht ja auch viel Spass.

Heute ist unser 7. Hochzeitstag. Ich brauche ein Heinzelmännchen, das mir Blumenstrauss und Karte besorgt. Es braucht nur noch meine Unterschrift. Karin mit dieser Überraschung eine Freude zu bereiten macht auch mich glücklich.

Am 10. Mai gehe ich für zweieinhalb Wochen ins Ferienbett vom AWH Entlebuch. Es sind Entlastungsferien für Karin und meine Eltern. Auch FADO wird mich oft begleiten. Das Pflegepersonal vom dritten Stock kennt mich bereits von meinen Tagesaufenthalten. Während dieser Zeit bekomme ich immer wieder Besuch von lieben Freunden und Kollegen/innen. Das ist eine willkommene Abwechslung. Aber mein Zustand verschlechtert sich. Die Schmerzen und Spasmen machen mir zu schaffen. Mit krampflösenden Medikamenten und Schmerzmitteln wird versucht, mir Linderung zu verschaffen.

Da Adrian zu schwach war, wurden die folgenden Zeilen von mir, Karin seiner Frau geschrieben:

Heute ist Adrian mit Fieber erwacht. Die Pflegeleitung hat mich darüber informiert. Sie versuchen mit Medikamenten die Fieber zu senken. Leider ohne Erfolg. Am Abend müssen wir Adrian wieder ins Spital Wolhusen einliefern. Dort kommt er vorerst auf die Intensivstation. Das Röntgen und die Laboruntersuchung zeigen keine Infektion auf der Lunge oder in der Blase an. Am 24. Mai wird er auf die Station verlegt und dort wird er vom Pflegepersonal sehr gut und liebevoll betreut.

Die Ärztin des Spitals ruft mich um ca. 23.30 Uhr an und teilt mir mit, dass Adrian sehr unruhig sei. Zusammen mit seinem Mami fahre ich nach Wolhusen und wir verbringen die Nacht bei ihm.
Seit langer Zeit werden wir von vielen, uns nahe stehenden, lieben Menschen unterstützt und begleitet mit Gebeten und guten Gedanken. Das gibt uns allen viel Kraft.

Eine sehr friedliche Nacht liegt hinter uns. Ein neuer Tag erwacht und zaubert eine wunderbare Stimmung der Morgendämmerung auf die Landschaft und das Panorama der gegenüberliegenden Berge. Was bringt uns der heutige Tag?

Kurz vor Mittag kommt der Spitalseelsorger zu uns. Auf die Frage, ob Adrian die Krankensalbung wünsche, antwortet er mit Daumen nach oben. Herr Pirmin Ineichen spendet ihm das Sterbesakrament, lädt auch mich ein es Adrian zu geben und betet mit uns. Er geht noch in die Spitalkapelle um für uns eine Kerze anzuzünden. Kurze Zeit später durfte Adrian ganz ruhig und entspannt für immer einschlafen!

In diesen letzten Minuten bei ihm zu sein und ihn zu begleiten ist eine der wertvollsten und unvergesslichsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen durfte.

Niemals ist Liebe festhalten.
Aber Liebe ist auch nicht loslassen.
Liebe ist Dasein.
Ganz gleich, ob es schön ist oder schrecklich,
ob es Angst macht oder Freude.
Liebe umfasst alles und flieht vor nichts.

Danke für die Zeit an deiner Seite. In Liebe Karin

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